Posts Tagged ‘München’

Deutschland sucht das Superspiel

Am 31. März 2009 war es endlich so weit. In München wurde zum ersten Mal der Deutsche Computerspielpreis verliehen. In neun Kategorien wurden herausragende deutsche Spielproduktionen geehrt. Zusätzlich wurde noch ein Sonderpreis für das „Beste Internationale Spiel“ verliehen.

Ausgerichtet wurde der Preis vom bayerischen Kulturstaatsminister Bernd Neumann zusammen mit dem Bundesverband der Entwickler von Computerspielen e.V. (G.A.M.E.), dem Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. (BVDW), dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) und dem Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. (BIU). Verliehen wurde er von einer Jury aus Fachleuten der vier Ausrichterverbände, Partnern branchenverwandter Industrien und Vertreter der Politik und Presse.

Beschlossen wurde die Auslobung eines Preises für „qualitativ hochwertige sowie kulturell und pädagogisch wertvolle“ Computerspiele bereits am 21.02.2008 vom Deutschen Bundestag auf Antrag der Koalitionsfraktionen. Ins Leben gerufen wurde der Preis dann von der Bundesregierung in Zusammenarbeit mit verschiedenen Branchenverbänden.

Als Gesamtsieger des Abends in der Kategorie „Bestes Deutsches Spiel“, welcher aus den Siegern der Kategorien „Beste Innovation“, „Bestes Serious Game“, „Bestes Jugendspiel“, „Bestes Kinderspiel“, „Bestes mobiles Spiel“ und „Bestes Browsergame“ ermittelt wird, konnte sich das Rollenspiel „Das Schwarze Auge: Drakensang“, Gewinner der Kategorie „Bestes Jugendspiel“, durchsetzen. Weitere Preise wurden in den Kategorien „Bestes Konzept aus Studentenwettbewerb“, „Bestes Konzept aus Schülerwettbewerb“ und „Bestes Internationales Spiel“ verliehen.

In der Kategorie „Beste Innovation“ wurde in diesem Jahr kein Preis vergeben. Die Begründung der Jury hierzu lautete, dass „unter den in diesem Jahr für diese Preiskategorie eingereichten und nominierten Spielen […] keine so herausragende neue Innovation [war], dass sie mit dem mit 75.000 € dotierten Innovations-Preis hätte ausgezeichnet werden können“.

Während es kein Spiel geschafft hat, als beste Innovation den Preis abzuräumen, mussten sich gleich zwei Spiele den Preis in der Kategorie „Bestes Internationales Spiel“ teilen: das zu mehr Bewegung anregende „Wii Fit“ von Nintendo und das Jump’n’Run-Spiel „Little Big Planet“ von Sony.

Die Entwicklung in den letzten Jahren und die Verleihung eines offizielle Preises für Computerspiele zeigen, dass Computerspiele nicht länger nur als ein Zeitvertreib angesehen, sondern auch als eigene künstlerische Ausdrucksform anerkannt werden. Vielleicht schafft es dieser Preis sogar, das negative Bild, das die Öffentlichkeit nach den vielen Diskussionen über sogenannte „Killerspiele“ von Computerspielen gewonnen hat, ein bisschen aufzuwiegen und die positiven Seiten von Computerspielen hervorzuheben.